Stadtlaeuferin

Meditieren mit Jim Jarmusch

Mai 30, 2009 · Kommentar schreiben

„Eine Meditation in flirrend-schönen Bildkompositionen“ beschreibt die hamburg pur den neuen Jim Jarmusch Film The Limits of Control. Meditationen enden bei mir in der Regel mit Tiefschlafphasen und das ist ein Problem.

Am Abend vorher feierten wir zu lange auf der Eröffnung von Beatlemania und die Idee am nächsten Tag in die Spätvorstellung vom neuen Jim Jarmusch Film zu gehen, ist nichts für Körper und Seele über 40. Der Tag in der Schreibstube ist zäh, dann noch eine St. Pauli Führung mit einem frisch verheirateten Brautpaar. Der Körper ist auf Höchstleistung gepumpt, da geht Kino um 22.30h. Mein Kollege bringt eine weitere Kollegin mit, beide schon recht müde und eher couchbereit. Im Holi ist es gemütlich, man kann entspannt vor sich hindösen.

Der Film besteht aus

einem großartigen Soundtrack der japanischen Band Boris

schönen Bildern, die an manchen Stellen zu schön sein wollen

Menschen die Streichholzschachteln austauchen

Ich meditiere vor mich hin, genieße die Bilder. Um mich zu fragen was das soll, bin ich zu müde. Nicke weg, während mein Nebenmann unentwegt zappelt. Ich empfehle ihm zu schlafen. Hat er auch schon, aber jetzt ist ihm langweilig . Irgendwann gegen Mitternacht kramt er seine Autoschlüssel aus der Tasche, steht auf und geht mit knappen Worten. Die Nebenfrau rührt sich nicht. Als der Film zuende ist wundert sie sich, dass wir nur noch zu zweit sind. Da hat sie wohl was verschlafen…

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Teleshopping mit xing

Mai 21, 2009 · 1 Kommentar

Ich gebe es ja zu, ich habe eine xing account und auch eins bei facebook. Was ich lustiger finde. xing hat mich heute zum erstenmal überrascht und fängt an, mich zu erheitern, denn unter den Jobs, die zu mir passen könnten, finde ich folgendes:

„Wir suchen für ein internationales Unternehmen aus der Beautybranche Experten/innen aus den Bereichen Schmuck und Accessoires für den Produkt-Verkauf in Teleshopping-Sendungen.

Sie haben ein Gespür für alles Schöne, kennen sich aus in der Welt des Schmucks und verfügen über das entsprechende Fachwissen. Sie haben einen Blick dafür Accessoires aufeinander abzustimmen und begeistern sich für deren Details. Sie besitzen zudem eine sympathische Ausstrahlung und haben ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild.

Vor der Kamera wachsen Sie über sich hinaus, sind authentisch und verkaufen schöne Dinge mit Leidenschaft und Engagement. Sie sind dem hohen Anspruch einer Live-Präsentation gewachsen. Zudem verfügen Sie über eine angenehme Mikrofonstimme und sind in der Lage sowohl frei zu präsentieren wie auch textliche Vorgaben genau zu beachten.“

Im Klartext heißt, dies, ich soll in einem Teleshopping Kanal Schmuck verkaufen. Diese Menschen wären bestimmt begeistert, wenn sie mich kennenlernen dürften… Eine gute Mikrofonstimme habe ich übrigens tatsächlich!

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Ein Lied für Moskau: Love who you want to love!

Mai 17, 2009 · Kommentar schreiben

Die Ballermann-Fraktion versammelt sich auf dem Spielbudenplatz und jubelt Europa zu. Alles ist wie immer. Fast. Thomas Hermann heißt in diesem Jahr Anders. In Moskau, dem Austragungsort des Eurovision Song Contests werden Menschenrechte mit Füßen getreten. Mit Regenbogenfahne ausgestattet, begeben wir uns in die feiernde Menge.

Dita von Teese strippt für Deutschland. Zumindest würde sie das gerne, aber das ist verboten. Gibt es deshalb keine Punkte?

Meine Begleitung meckert: „Wenn wir mit dem Norwegischen Song angetreten wären, hätten wir auch keine Punkte bekommen.“

Wir schließen Wetten ab. Unter oder über 20 Punkte. Ich tippe 18. Schließlich werden es über 30 Punkte.

Neben uns kommentieren ein paar angetrunkene Ruhrpot-Jungs die Votings aus Europa. „Kroatien? Das war doch das Land mit dieser komischen Brücke.“ Kroatien, gehört das nicht zu den Ländern, die einst gegen Bosnien, Serbien und so weiter kämpften. Wer kämpfte da eigentlich gegen wen? Sind das nicht die Länder bei denen man schon vorher sagen kann, wer wen die 12 Punkte gibt?

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Beim Hautarzt oder Heidi Klum ist wieder schwanger

Mai 16, 2009 · Kommentar schreiben

Am Donnerstag war ich bei meinem monatlichen Hautarzt-Termin, den ich mühsam zwischen meine Jobtermine gestopft hatte, mit der Versicherung des Praxispersonals, dass keine langen Wartezeiten entstehen. Dieses wird mir beim Eintreffen in der Praxis dann noch mal bestätigt.

Das Wartezimmer ist voll. Latte Macchiato Muttis mit ihrer Brut und Rentnerinnen. Ich nehme Platz.  Ich stürze mich auf den Lesezirkeltisch und warte. GALA, FREUNDIN, MEIN GARTEN, BUNTE. Die Zeit vergeht. Mir gegenüber schnarcht ein Rentner mit Migrationshintergrund. Nach 30 Minuten weiß ich das Heidi Klum das vierte Kind erwartet. Nach 40 Minuten verabschiedet sich eine der Rentnerinnen. Sie muss noch zum Proktologen. Ob man sich da sieht? Nein erst nächsten Donnerstag beim Lungenfacharzt. 50 Minuten: Ich weigere mich nun auch noch die IN TOUCH zu lesen. Nach 60 Minuten gehe ich zur Sprechstundenhilfe und fordere meine Behandlung ein. Sie ist wenig einsichtig. Auch als ich ihr klar mache, dass ich neben ihr und der Ärztin vermutlich die einzige in diesen Räumlichkeiten bin, die in die Krankenkasse einzahlt.

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Wehmut

Mai 10, 2009 · 1 Kommentar

Reeperbahn Nr. 1

Reeperbahn Nr. 1

Bei strahlendem Sonnenschein genießen wir St. Pauli. Am Pinnasberg treffen sich die, die die auf die Elbe schauen wollen, ohne sich unter die 1,2 Millionen Besucher des Hafengeburtstages zu mischen. Fliegerstaffeln, Hubschrauber, Kampfschiffe geben dem Fest eine seltsame Note. Der Kirchhof der St. Pauli Kirche ist beim Hafengeburtstag nur während der Gottesdienste geöffnet. Der Softeiswagen macht ein gutes Geschäft. Ich habe Halsschmerzen und kaufe mir ein Eis. Auch wenn ich nicht gerne Eis esse. Das Erdbeereis schmeckt künstlich. Für 1,20 gibt es schon die besseren Waffeln.

Nach einer Woche voller Wehmut und Abschiedsvorbereitungen nimmt man auch auf St. Pauli Abschied. Das alte Bowlingbahn-Gebäude, heute Reeperbahn Nr. 1, wird bald abgerissen. Davon spricht man schon lange. 2003 verabschiedeten wir uns vom Mojo und jetzt geht es weiter. Im Skam celebriert man den Abschied. Ich habe meine Kamera vergessen und kann die letzten Augenblicke nicht festhalten. Vielleicht ist das ja auch besser so.
An vielen Ecken steht Kunst rum. Ein paar Fenster lassen Licht und Luft in die großen Räume. Ein Sängerin spielt am E-Piano traurige Weisen. „Halt mich fest, auch wenn wir uns grade hassen“. Das Gefühl kenne ich.
Nachbarn, Künstler, Kunstfreunde und -Banausen treffen sich ein letztes Mal. Gegen vier Uhr kommen die Familien mit gelockten Kindern in Retterchen T-Shirts. St. Pauli hat grade am Millerntor 2:0 gewonnen.
Auf einigen Kunstwerken liegt eine Staubschicht. Andere stehen schon nicht mehr da. Ich trete ans Fenster und blicke auf die Reeperbahn. Hafengeburtstagsbesucher aus der Provinz, Fußballfans – gleich gibt es noch Werder:HSV, zum vierten Mal – und die, die hier leben ziehen vorrüber. Wieder stirbt ein Stück von St. Pauli. Ein letzter Blick, ein letztes Mal. Wir gehen, mit Wehmut.

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Zeigt her Eure Schuhe

April 10, 2009 · Kommentar schreiben

Schuhbaum blüht wieder

Schuhbaum blüht wieder

Gesehen auf einem Spaziergang von Blankenese nach Hamburg.

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Auch die Beatles kannten Bambi

April 1, 2009 · Kommentar schreiben

Bambi

Bambi

Als großer Bambi-Fan hat dieses Bild natürlich mein Herz erwärmt.

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Renaissance des Dosenbiers

März 31, 2009 · Kommentar schreiben

Auf  St. Pauli wird es keine Glasflaschen mehr geben. 
Das will die Polizei, ein paar Politiker und die dort ansässige Gastronomie wohl auch, zumindest jene, die davon profitiert, das das Bier jetzt drinnen und nicht mehr im Kiosk gekauft wird.  Glasflaschen kann man zerbrechen und damit andere Menschen verletzen.  Das ist nicht schön. Deshalb muss man die Glasflaschen verbieten, aber nur am Wochenende und vor Feiertagen. Jetzt dürfen die Kioskbesitzer bald gar keine Glasflaschen verkaufen. Menschen, die trotzdem mit Glasflaschen über die Reeperbahn flanieren, werden von der Polizei Becher erhalten, in die die Getränke umgefüllt werden. (Ist heute eigentlich der erste April?) Interessant ist natürlich auch die Frage, wie es im Biergarten aussieht. Gibt es da noch Flaschen oder auch nur Pappbecher? Werden Gläser auch verboten? Und wie sieht es mit Brillengläsern aus?

Bisher sollten die Kioskverkäufer ab 22.00 Uhr keine Glasflaschen mehr verkaufen. Sie taten es aber trotzdem; in Plastiktüten für den Verbrauch in Geschlossenen Räumen. Nachteil für uns: Nach 22.00 Uhr öffnete der Kioskbesitzer die Glasflaschen nicht mehr. Dafür stieg der Verkauf an Flaschenöffnern nach 22.00 Uhr an. Vorteil für die Kioskbesitzer.

Das Flaschenverbot schreit doch nach der Wiedereinführung des Dosenbiers. Plietsche Kioskbesitzer sollten hier schon mal Vorräte sichern.  Na und wie gut, dass die Puffbrause auch in Dosen verkauft wird, das sind echte Absatzchancen.

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Kulinarisches vom Kiez: Puffbrause nix für Prosecco-Mädels

März 29, 2009 · 4 Kommentare

Puffbrause - nix für Ladies

Puffbrause - nix für Ladies

Nach einer morgendlichen St. Pauli Tour (8.00 Uhr ab Jugendherberge!) werde ich am gedeckten Frühstücktisch erwartet und bekomme überraschend die neue St. Pauli Puffbrause serviert. Prima auch, dass die Erlöse dem St. Pauli Museum zu kommen.

Ich durchbreche mein selbst auferlegtes Fasten (7 Wochen ohne!) und probiere den Prosecco aus dem Döschen.  Prosecco mag ich und warum nicht auch auf St. Pauli. Schmeckt gut und eine „Puffbrause“ kommt sicherlich bei Kiezgästen, die man auch am Ballermann trifft, gut an. Die Verpackung aber geht gar nicht. Hier waren keine Profis am Werk. Prosecco ist ja nun eher ein Mädchen-Getränk.  Das Bild auf der Dose – Tittenmonster mit Flügeln, Waschbrettbauch und Strapsen – vom Illustrator Thomas Hering, ist nicht wirklich das, was die gemeine Kiezbesucherin anspricht. Männerphantasien? Doch kein Mann trinkt in einer Kiezkneipe Prosecco, die trinken Bier. Außer vielleicht ein paar Klischee-Schwule, aber die träumen wahrscheinlich auch nicht vom Tittenmonster mit Waschbrettbauch. Das ist nicht mein St. Pauli, das da verkauft wird.

Fazit: Prosecco trinken wir zu Hause und in der Kiezkneipe bleiben wir beim Astra.

→ 4 KommentareKategorien: kulinarische Wegbegleiter

Gewonnen: St. Pauli versus Lettland

März 4, 2009 · Kommentar schreiben

Auf meiner Tour am Samstag durch St. Pauli begleitet mich ein Parteifreund mit Anhang.
Nachdem wir auf der Tour entgegen meiner Gewohnheiten, aber zur Freude der Gäste das Schlemmereck am Hamburger Berg ausprobierten, geht es zum privaten After-Tour-Bier in den Silbersack.
Wir diskutieren bei Astra und Jever Fun (für mich, weil Fastenzeit) den bevorstehenden Eurovision Song Contest und die zurzeit stattfindenden Vorentscheidungen der einzelnen Teilnehmer Länder.  Heute tummeln sich Lettlands Chansoniers im Finale um das Ticket nach Moskau. Eine schwere Entscheidung für meinen Parteifreund, vor dem heimischen PC Lettland gucken oder mit mir durch St. Pauli laufen, aber er gibt St. Pauli den Vorzug. Gewonnen!

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