Stadtlaeuferin

Nach Einbruch der Dunkelheit

Juli 5, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Vorweg sei eines gesagt: Gewalt ist scheiße. Ob hier im Schanzenviertel, in den Wüsten Afrikas, Afghanistans oder sonst wo.

Im Schanzenviertel wird gefeiert. Einmal im Jahr ganz offiziell, sonst natürlich auch. Und weil das hip ist, kommen viele Leute. Aus Hamburg, aus Deutschland und inzwischen auch aus Pinneberg.

Ich feiere schon zum Frühstück mit Kaffee und Croissant und unterhalte mich mit einer älteren Dame aus Norderstedt, die noch nie hier war und sich aber wohl fühlt. Als wir uns später auf dem Flohmarkt wieder treffen winkt sie mir heimisch zu. Macht man ja unter Nachbarn.

Zur nachmittaglichen Tour kommen eine Handvoll Gäste und wir beobachten die Polizei, die zum Schutze Mac Donalds und Tim Mälzers angereist ist und dort flaniert. Die Fast-Food-Amis haben vorgesorgt und vier Zentimeter dicke Glasscheiben eingebaut. Der Koch aus Pinneberg genießt die neue Umgebung und zeigt sich dem Schanzenvolk. Wobei ich bezweifle, das letzteres bei ihm einkehrt. Über uns kreist ein Hubschrauber. Aus allen Ecken tönt Musik. Die gewaltbereiten Autonomen sind nicht sichtbar. Schwarz trägt nur die Polizei.

Gegen halb sieben ist die Tour zu Ende und ich versuche die Feldstraße zu überqueren. Auf dem Heiligengeistfeld hat sich alles was an Polizei motorisiert ist versammelt und setzt sich grad in dem Augenblick in Bewegung, an dem ich an der Ampel ankomme. Es ist kurz vor sieben. Am nächsten Tag kann man im Abendblatt lesen, dass die Situation nach Einbruch der Dunkelheit eskalierte. Wozu brauchten die dann die Wasserwerfer um sieben? Sonnenuntergang war erst um halb zehn.

Kategorien: In Hamburg unterwegs · Nicht kategorisiert
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