Am Donnerstag war ich bei meinem monatlichen Hautarzt-Termin, den ich mühsam zwischen meine Jobtermine gestopft hatte, mit der Versicherung des Praxispersonals, dass keine langen Wartezeiten entstehen. Dieses wird mir beim Eintreffen in der Praxis dann noch mal bestätigt.
Das Wartezimmer ist voll. Latte Macchiato Muttis mit ihrer Brut und Rentnerinnen. Ich nehme Platz. Ich stürze mich auf den Lesezirkeltisch und warte. GALA, FREUNDIN, MEIN GARTEN, BUNTE. Die Zeit vergeht. Mir gegenüber schnarcht ein Rentner mit Migrationshintergrund. Nach 30 Minuten weiß ich das Heidi Klum das vierte Kind erwartet. Nach 40 Minuten verabschiedet sich eine der Rentnerinnen. Sie muss noch zum Proktologen. Ob man sich da sieht? Nein erst nächsten Donnerstag beim Lungenfacharzt. 50 Minuten: Ich weigere mich nun auch noch die IN TOUCH zu lesen. Nach 60 Minuten gehe ich zur Sprechstundenhilfe und fordere meine Behandlung ein. Sie ist wenig einsichtig. Auch als ich ihr klar mache, dass ich neben ihr und der Ärztin vermutlich die einzige in diesen Räumlichkeiten bin, die in die Krankenkasse einzahlt.
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